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EINE EINZIGARTIGE GESAMTAUSGABE IN EINZELEDITIONEN VON SHAKESPEARES WERKEN

Aggiornamento: 3 mar



AUS ANLASS DES ERSCHEINENS VON MACBETH



Von Shakespeares Schauspielen und seinen nicht dramatischen Werken gibt es zahlreiche deutsche Übersetzungen, angefangen bei den ganz frühen von Wieland (ab 1762) und Eschenburg (1775-1782) über Schlegel-Tieck-Baudissin (1789-1833) in der Romantik bis zu den jüngeren von Richard Flatter, Rudolf Schaller (aus der damaligen DDR), Hans Rothe, Erich Fried, Thomas Brasch oder Frank Günther. Die Liste von Shakespeare-Übersetzerinnen und Übersetzern über die Jahrhunderte ist weit davon entfernt davon, vollständig zu sein.


Shakespeares Werk ist komplex; jedes einzelne Wort hat Gewicht, mit einer Vielzahl von Assoziationen und versteckten und nicht selten derben und obszönen Anspielungen. Übersetzungen scheitern meist daran, diesen nahezu unerschöpflichen Sinngehalt aufzuschlüsseln und im Deutschen adäquat wiederzugeben. Dorothea Tiecks Versübertragung von Macbeth aus dem Jahre 1833, beispielsweise, klingt schön, doch die Schönheit des Verses geht zahlreich auf Kosten des Inhalts. Der reiche Sinngehalt lässt sich nicht in Versen unterbringen, hineinzwängen. Die Übertragung ist ungenau, nicht selten nahezu falsch. Ähnlich erging es sogar Schiller bei seiner Bearbeitung dieses Dramas im Jahre 1800, die in sich ruht, aber dennoch breit als fader Abglanz des Originals gilt.


Die einzige deutsche Ausgabe, die Interessierten ermöglicht, den vollen Sinngehalt von Shakespeares Dramen, Geschichtsspielen und nicht dramatischen Werke auf Deutsch zu verstehen, ist die Studienausgabe der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft. Die deutsche Prosafassung auf der linken Seite gibt den englischen Originaltext auf der rechten so sinn- und wortgetreu wie möglich wieder. Ein reicher Anmerkungsteil unterhalb des Textes leistet wertvolle zusätzliche Informationen, wer sich weiter vertiefen will. Dass eine Übertragung, die das optimale Verständnis von Shakespeares Originaltext zum Ziel hat, auf die Versform verzichten muss und stattdessen in Prosa erfolgt, versteht sich angesichts der besagten nicht zu meisternden übersetzerischen Schwierigkeiten selbstredend. Die neue Übersetzung ist somit primär an eine Leserschaft gerichtet, die den Sinn von Shakespeares Dramen möglichst genau verstehen will, was aber nicht ausschliesst, dass sie auch aufgeführt werden kann.


In jedem Band geht dem englisch-deutschen Text in der Mitte eine einzigartige und umfassende Einleitung voran, die den Reichtum der Bezüge des Schauspiels gleichsam von der Stunde Null bis heute zur Darstellung bringt - zur englischen und deutschen Bühnen- und literarischen Rezeptionsgeschichte, zu Neuschreibungen, zu Macbeth in der Musik, in der Bildenden Kunst, im Film, im Fernsehen, gar im Radio, um nur einige Bereiche zu nennen.


Dem englisch-deutschen Text folgt ein eingehender Kommentar zu jeder Szene, der die Komplexität des Schauspiels aufzeigt und das übergreifende Verständnis fördert, sei es literatur- oder theatergeschichtlich, zum Inszenieren heute, sei es zu Bezügen zu Philosophie, zu künstlerischen Darstellungen der verschiedenen Art u.v. a. m. Ein Verzeichnis mit genutzter und empfohlener Literatur zu allen Aspekten des Stückes findet sich am Schluss eines jeden Bandes.


Die Gesamtausgabe erschließt das Werk Shakespeares nach dem heutigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnis und wird vom Verlag Stauffenburg in Tübingen (www.stauffenburg.de) unter der umsichtigen Ägide der Geschäftsführerin Frau Brigitte Narr herausgegeben. Die Gesamtwerk ist bald erarbeitet; eine reiche, letzte Ernte wird nun eingefahren.


Noch aber fehlt eines der drei grössten Stücke des Barden: Macbeth. Doch „the Scottish play“ erscheint im Frühling 2024! Wer wissen will, - - - -


warum der brutale Mehrfachmörder Macbeth dennoch viele Publikumssympathien hat - ob Lady Macbeth tatsächlich „eine sehr bese Bestie“ (Heinrich Heine) ist - oder ob die feministische Literaturkritik sie zurecht rehabilitiert - welche geradezu absurden und bizarren Neuschreibungen auf dem Gerüst von Macbeth entstanden sind - warum Macbeth im Dritten Reich wenig aufgeführt wurde - welche Rolle das Drama in der DDR spielte - warum Macbeth eines der meistvertonten Schauspiele ist (obwohl der Text gänzlich ohne Musik daherkommt …) - warum ebenso viele bildende Künstler das Stück verarbeitet haben - welche der zahlreichen Verfilmungen des Dramas welche Vorzüge haben - ob Laurence Olivier in seiner Rolle als Macbeth bestanden hat - welche hoch renommierten Schauspielerinnen und Schauspieler von 1606 bis auf den heutigen Tag die Rollen des Protagonistenpaares gespielt haben, wie gut oder wie weniger gut - oder warum zahlreiche Grosse in dieser Rolle tatsächlich oft gescheitert sind - warum Macbeth als Unglücksstück gilt, dessen Name Schauspielerinnen und Schauspieler auch nur auszusprechen vermeiden - - - - - warum ……warum …


- - - - - - - wer sich für solche und zahlreiche andere Fragestellungen und Aspekte von Shakespeares Macbeth interessiert, sollte den demnächst erscheinenden Band nicht verpassen.


Das Umschlagbild wird Johann Heinrich Füsslis (oder anglisiert Henry Fuseli) Gemälde „The Three Witches or the Weird Sisters“ (1783) zieren, das auf Antrag des unterzeichneten verantwortlichen Bearbeiters dem Verlag Stauffenburg für die Studienausgabe freundlicherweise vom Kunsthaus Zürich zur Verfügung gestellt wird; und das zusammen mit zahlreichen anderen Shakespeare-Bildern des grossen Füssli/Fuseli im Kunsthaus Zürich zu bestaunen ist.





When shall we three meet again?

In thunder, lightning, or in rain? (I.1.1-2)





Macbeth - demnächst in dieser Reihe in der Buchhandlung oder auf Bestellung.


Zur Gesamtausgabe, und vieles darüber hinaus unter: www.stauffenburg.de

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